ZUCHT

Zucht


Alles began mit Chili... 

Für mich gehören das Wesen, die Gesundheit, das Aussehen und die Arbeitsleistung der Hunde untrennbar zusammen. Es ist ein ganzheitlicher Weg, den Chili perfekt verkörpert. Jeder, der sie erlebt und diese Rasse wirklich kennt, sieht das sofort bestätigt.

Als Züchter darf man einfach keine Scheuklappen tragen. Wir müssen das große Ganze im Blick behalten, um dieser wunderbaren Rasse am Ende wirklich gerecht zu werden.

 

 

Meine Zuchtgedanken

Die größte Herausforderung in der Toller-Zucht ist der historisch bedingt sehr kleine Genpool der Rasse. Wenn wir jetzt den Fehler machen und extrem radikal selektieren verengen wir diesen Pool noch weiter. Das führt unweigerlich zu mehr Inzucht und im schlimmsten Fall zu einer Zunahme von Autoimmunerkrankungen, die ohnehin die Achillessehne der Rasse sind.

Züchten bedeutet für mich nicht das kopflose Vermehren von Champion-Titeln, sondern das kluge Abwägen von Risiken und Chancen. Die strenge Zuchtordnung des DRC bietet uns dafür das perfekte Fundament. Aber die letztendliche Verantwortung liegt bei uns Züchtern. Es geht darum, Partnerschaften für unsere Hunde zu finden, die genetische Vielfalt erhalten, Schwächen des einen Partners durch Stärken des anderen ausgleichen und die Rasse langfristig gesund stabilisieren.

Meine Zuchtziele

Wenn ich über meine konkreten Zuchtziele nachdenke, verschmelzen für mich Gesundheit, Wesen und Optik zu einer untrennbaren Einheit. Es bringt überhaupt nichts, den schönsten Hund der Welt zu züchten, wenn er mit vier Jahren wegen schwerer Gelenkprobleme nicht mehr schmerzfrei laufen kann. Genauso wenig hilft uns ein genetisch makelloser Hund, der im Alltag so nervös ist, dass er und seine Familie keine Ruhe finden. Meine Ziele sind daher keine isolierten Kontrollpunkte, sondern greifen wie Zahnräder ineinander.

An erster Stelle steht für mich immer die gesundheitliche Robustheit, die ich sowohl als Züchter als auch mit meinem tierärztlichen Hintergrund betrachte. Mein Ziel ist die clevere, durchdachte Verpaarung, um die genetische Vielfalt zu erhalten. Dabei denke ich nicht nur an die DNA-Sequenz selbst, sondern auch an das, was die Epigenetik uns lehrt: Umwelt, Ernährung und Erfahrungen der Elterntiere können beeinflussen, wie Gene bei den Nachkommen abgelesen werden, ein Grund mehr, warum Aufzuchtbedingungen und das Wohlbefinden meine Hündin für mich keine Nebensache sind.

Das wunderbare Wesen und die Arbeitsfreude des Tollers zu bewahren, ist mein zweites großes Anliegen. Diese Hunde sind für ihre enorme Intelligenz und den ausgeprägten Arbeitswillen bekannt. Ich möchte Welpen züchten, die diesen typischen Finderwillen und die Begeisterung für die Apportierarbeit in sich tragen, sei es für die Dummyarbeit, die Jagd oder den Hundesport. Aber pure Arbeitsfreude reicht mir nicht aus. Mindestens genauso wichtig ist mir die innere Ruhe, der sprichwörtliche Ausschalt-Knopf für den Alltag. 

Mein Ziel sind Hunde, die dem Rassestandard optisch gerecht werden, deren Körper aber vor allem so konstruiert ist, dass sie sich ein Leben lang voller Lebensfreude bewegen können.

Ein Versprechen für 
die Zukunft

Meine Zucht ist ein Versprechen an die Welpen und an ihre zukünftigen Familien. Ich investiere viel Zeit, Fachwissen und Herzblut in die Planung jedes einzelnen Wurfes und konsultiere Züchterkolleg:innen. 
Ich tue dies mit dem tiefen Respekt vor der Geschichte der Rasse und dem klaren Ziel, den Toller als das zu erhalten, was er ist: 

Ein gesunder, arbeitsfreudiger, wunderschöner und treuer Freund fürs Leben!

Gesundheitshinweis und Haftungsausschluss für unsere Nachkommen

Ich züchte aus tiefer Überzeugung und mit sehr hohen Qualitätsansprüchen im Deutschen Retriever Club (DRC). Das bedeutet, dass unsere Elterntiere alle strengen Auflagen der DRC-Zuchtverordnung erfüllen müssen. Sie durchlaufen sämtliche vorgeschriebenen medizinischen Untersuchungen, von den Röntgenaufnahmen bis hin zu allen relevanten Gentests.

Gleichzeitig müssen wir als Züchter eine fundamentale Realität im Blick behalten: Der weltweite Genpool des Nova Scotia Duck Tolling Retrievers ist vergleichsweise klein. Um diese wunderbare Rasse langfristig zu erhalten und gesund zu fördern, ist eine verantwortungsvolle Balance nötig. Ein zu radikaler Ausschluss von Hunden aufgrund minimaler genetischer Abweichungen würde den Genpool nur noch weiter verengen und der Rasse im Gesamten schaden. Mein Ziel ist es daher, gesunde, wesensfeste Hunde zu züchten und gleichzeitig die genetische Vielfalt der Toller bestmöglich voranzutreiben.

Die Biologie lässt sich jedoch niemals zu einhundert Prozent kontrollieren. Viele rassetypische Erkrankungen werden polygenisch, also durch das komplexe Zusammenspiel vieler verschiedener Gene vererbt, oder durch spätere Umweltfaktoren im neuen Zuhause beeinflusst. Trotz lückenloser Einhaltung aller DRC-Vorgaben und maximaler Sorgfalt bei der Verpaarung gibt es keine absolute Garantie für die lebenslange Gesundheit eines Welpen.

Das Risiko für das Auftreten erblicher, Hüften/Gelenke-Erkrankungen, autoimmuner oder hormoneller Störungen lässt sich durch unsere sorgsame Zuchtplanung minimieren, aber niemals vollständig ausschließen. Eine Haftung oder Gewährleistung für das spätere Auftreten solcher Erkrankungen wird daher ausgeschlossen, sofern alle züchterischen Pflichten der geltenden Verordnung nachweislich erfüllt wurden.

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